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AchtsamKai

Rückblick und Einblick

Von der Brache zur Blüte

Wo ist eigentlich AchtsamKai geblieben? Ein persönlicher Rückblick auf Marketing, Erschöpfung und die Rückkehr zu dem, was mir wichtig ist.

Spürst Du, wie schlecht es Dir geht?
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„Stärker in den Schmerz gehen. Mehr Hoffnung wecken!“
Solche Empfehlungen hörte ich während meiner Zusammenarbeit mit einer Marketingagentur immer wieder.

Es ist Anfang 2025 und ich arbeite unter Hochdruck an Workshop-Formaten, Werbeanzeigen und Landing-Pages. Dazwischen immer wieder der Hinweis meiner Beraterin: Stärker Schmerz auslösen – Mehr Sehnsucht wecken.
Der Mensch – also Du – wurde in den letzten Wochen zu einer kleinen Nummer mit großem Kaufpotenzial. Statt Verbundenheit und Mitgefühl: wirtschaftliche Kennzahlen.

Ich würde an dieser Stelle natürlich gern damit glänzen, wie ich mich im Licht meiner inneren Werte gegen das kapitalistische Biest erhoben hätte.
Dafür reichte die Erleuchtung jedoch leider nicht.

Von Herzen zu Schmerzen

Als ich 2017 begann, als AchtsamKai zu unterrichten, ging ich ziemlich naiv an die Sache heran. Ich war begeistert vom Potenzial regelmäßiger Meditation und Achtsamkeit. Wollte etwas von dem weitergeben, was mein eigenes Leben so stark verändert hatte.

Kursformate, Flyer und Webseite. Alles kam ziemlich direkt von Herzen. Wenig Gedanken an Verkaufszahlen – dafür viel Freude und Leidenschaft für die Sache an sich.
Und es lief. Menschen kamen in meine Kurse. Kamen wieder. Wollten mehr.

Der zusätzliche Erfolg auf Insight Timer und später mit Headspace sorgte für einen guten Verdienst. Das gefiel dem kleinen Jungen aus dem Osten. Er fühlte sich durch das neue Einkommen endlich frei und gleichzeitig sicher.
Diese Gefühle wollte ich natürlich konservieren. Doch wie stabilisiert und skaliert man ein Angebot, welches sich nicht durch polarisierende Postings pushen lässt?

Während auf Social Media mit Heilungs-Hokuspokus oder Selbstoptimierung Wunderwirkungen versprochen verkauft werden, blieb es bei meinen ruhigen Beiträgen ziemlich still.
Achtsamkeitsübungen, Mini-Meditationen und Praxis-Impulse wärmen mit ihrem Mehrwert vielleicht Herzen – aber lassen jeden Algorithmus kalt.

Statt Freiheit und Sicherheit durch mehr Sichtbarkeit – Zweifel und Frustration durch Like-Mangel. Aus Angst, übersehen zu werden, begann ich das nachzuschreien, was im Marketing anscheinend funktionierte. Was ich selbst sagen wollte, geriet dabei immer weiter in den Hintergrund.

Als ich mithilfe von Marketing-Profis begann, meine Ansprache danach zu bewerten, wie sie deinen Schmerz verstärkte und deine Sehnsucht ausnutzte, merkte ich langsam, dass sich etwas verschoben hatte.

Natürlich stand ich hinter meinen Produkten – und Marketing darf die Probleme und Bedürfnisse von Menschen ansprechen. Ein Angebot, das niemanden erreicht, kann auch niemandem helfen.
Ich erkannte mich in meiner Kommunikation jedoch immer weniger wieder.

Vom Optimieren zum Kaschieren

Nach einem gut besuchten Online-Workshop im Februar 2025 war ich völlig erledigt. Das Tempo der Kampagne hatte mich ausgelaugt. Es gab viel Interesse, aber wenige Verkäufe.
Statt mich also aus 100 % Überzeugung gegen die Marketing-Maschine zu erheben, brauchte ich zusätzlich die Frustration über den ausbleibenden Erfolg. Hätten im Februar 2025 mehr Menschen mein Angebot gekauft, hätte ich vermutlich einfach weitergemacht.

Der Impuls, diesen Teil der Geschichte zu unterschlagen, ist da. Er hockt in einem der schattigen Bereiche in meinem Inneren und möchte sich verstecken.
Es wäre auch viel sicherer, bequemer und wahrscheinlich auch wirtschaftlicher, wenn ich dir erzählen verkaufen würde, wie ich mich mittels der Kraft der Achtsamkeit gegen diese unmenschliche Art von Marketing entschieden habe!

Doch Achtsamkeit ist leider selten spektakulär. Sie hilft mir vielmehr, meine eigenen Schatten auszuleuchten und mit ihnen Freundschaft zu schließen.

Und so kann ich mit einem liebevollen Schmunzeln bekennen:
Ein Teil von mir ist ein käufliches Wirtschafts-Schwein!

Gleichzeitig kann ich erkennen, dass es mir nicht um Reichtum an sich geht, sondern um diese wunderbaren Gefühle von Freiheit und Sicherheit.
Doch ein achtsames Wirtschafts-Schwein lässt sich leider immer noch schlechter vermarkten als ein erleuchteter Guru.



Wie ich mit Gier konfrontiert war, kannst du hier nachlesen.


Von der Blüte zur Brache

Als die Kampagne vorbei war und der erhoffte Erfolg ausblieb, merkte ich erst, wie wenig Energie mir geblieben war.
Ich hatte meine Stimme und mein Selbstverständnis verloren verkauft. In den letzten fünf Jahren hatte ich ununterbrochen geschrieben, Kurse entwickelt, für Unternehmen gearbeitet und immer neue Projekte umgesetzt.
Ich war müde, ausgelaugt, leer.
Stattdessen angefüllt mit Zweifeln.
Wollte ich das alles überhaupt noch? Wollte ich weiterhin Meditation unterrichten? Und wenn nicht, was dann?
Ein überarbeiteter Achtsamkeitslehrer in der Sinnkrise.
Auch keine passende Headline für meine Angebote auf Instagram.

Natürlich meldete sich sofort der Impuls, etwas dagegen zu unternehmen. Einen Plan machen, neue Ziele setzen, endlich wieder produktiv werden.
Schließlich dreht sich die Welt weiter. Andere Menschen bauen Unternehmen auf, veröffentlichen Bücher und posten beeindruckende Erfolgsmeldungen, während ich damit beschäftigt war, dem Autopiloten das Steuer zu entreißen und destruktive Gedanken nicht zu ernst zu nehmen.

Das Gefühl, mich antreiben zu müssen und darüber auszubrennen, war mir noch deutlich vertraut.
10 Jahre zuvor lag ich mit Burnout-Symptomen für lange Zeit flach.
Diesmal lag ich brach.
Nahm das Frühwarnsystem ernst und hörte auf zu funktionieren.
Immerhin hatten die letzten Jahre viel Frucht getragen und ich brauchte Erholung. Ich fühlte mich wie ein Feld, das einmal komplett umgeackert wurde und nun für eine Weile in Frieden gelassen werden muss, damit es sich regenerieren kann.
Für mein inneres Marketing-Team eine absolute Katastrophe!
Keine Aussaat, kein Wachstum, keine Ernte!
Keine Erfolgsgeschichte für LinkedIn.

Dank meiner früheren Ernten hatte ich das Privileg, mir dieses Brachliegen zu leisten, auch wenn dies wirtschaftlich gesehen alles andere als vernünftig war.
Vor allem aber fühlte es sich oft sehr unangenehm an.
Angst vor der Zukunft, Zweifel an der Kompetenz. Fauler-Sack-Gefühle oder Ich-Krieg-Nix-Hin-Gedanken – das Gefühl von Wertlosigkeit durch Leistungsverweigerung.
Statt in Ruhe brach zu liegen, trieben meine Gedanken Blüten und erklärten mir täglich aufs Neue, warum ich längst wieder aktiv werden müsste.

Dem Geistestraining sei Dank konnte ich beobachten, wie ich fast täglich unter Druck geriet. Wie mein Geist versuchte, Kontrolle zurückzugewinnen, obwohl ich nicht wusste, wie oder durch was.
Es gab gerade erst einmal nichts zu tun.
Stattdessen war ich geschult darin, den Arsch hochzukriegen und sitzen zu bleiben. Die Füße auf dem Boden zu spüren, den Atem in den Blick zu nehmen und die Hand aufs Herz zu legen.
Anstatt im Nebel der Trübsal zu versinken, war ich meist klar bei Sinnen und konnte mich an all den Sinneseindrücken Geschenken des Tages erfreuen.
Anstatt mich in den destruktiven Ansichten meines Geistes zu verstricken, konnte ich zurücktreten und wahrnehmen, wie Gedanken kommen und gehen, ohne sie zu ernst zu nehmen.
Anstatt mich selbst zu verurteilen, schloss ich jeden Tag aufs Neue Freundschaft mit Angst, Zweifel und Gier.

Ich war frei(er).

Ich erlebte mein Leben – auch wenn es gerade nicht wuchs, erblühte oder Früchte trug.

Vom Sein zum Keim

Doch ausgerechnet im Monat Dezember, in dem endlich sogar mein innerer Antreiber akzeptierte, dass man sich guten Gewissens auf Besinnlichkeit berufen darf, keimten die ersten Triebe der Inspiration.
Ich war immer noch und schon wieder Fan von Meditation und Achtsamkeit! Vielleicht sogar stärker als vorher, weil sich die Werkzeuge natürlich immer erst beweisen können, wenn die Frucht fault und die Kacke am Dampfen ist – wenn wir mit den Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens konfrontiert sind.

Also nutzte ich die Adventszeit, um auf die letzten Jahre zurückzublicken. Nach über 15 Jahren täglicher Meditationspraxis, meiner Ausbildung zum MBSR-Lehrer und zahlreichen buddhistischen Meditations-Retreats hatte ich Wissen und Erfahrung in einer erstaunlichen Menge an Texten, Skripten und Anleitungen versammelt, welche mir über den Kopf gewachsen war.
Ich begann zu sortieren. Unterlagen, aber auch Gedanken.
Und langsam kristallisierte sich heraus, was für mich eigentlich wesentlich ist an der Arbeit mit dem eigenen Geist.

Vom alten Wein zu neuen Schläuchen

Aber wie macht man das Potenzial von innerer Entwicklung sichtbar? Wie verpackt und verkauft man das so nötige Gleichgewicht zum äußeren Fortschritt?
Buddhistische Lehre klingt für viele nach kahl geschorenen Köpfen, Schneidersitz und Glaubensbekenntnis.
Stressbewältigung dagegen schnell nach einer Selbstoptimierung für mehr Effizienz und Funktionalität im Alltag.
Dabei steckt in diesem Training etwas viel Wertvolleres.

Ich bin durch meine Praxis nicht einfach nur entspannter geworden. Ich spüre meinen Körper deutlicher. Ich erkenne meine Gedanken und Reaktionsmuster früher. Und ich kann mir selbst mit mehr Freundlichkeit begegnen, auch wenn ich gerade nicht dem erfolgreichen Menschen entspreche, der ich gern wäre.

Das bedeutet nicht, dass ich keine Angst, keinen Ärger und keine Unsicherheit mehr kenne. Es bedeutet, dass ich bereit bin, auch diesen Erfahrungen zu begegnen, anstatt ständig vor ihnen wegzulaufen oder dagegen anzukämpfen.

Aus diesen Zeilen spricht übrigens nicht nur meine persönliche Begeisterung. In einer großen Auswertung von 136 wissenschaftlichen Studien mit über 11.000 Teilnehmenden zeigte sich, dass achtsamkeitsbasierte Programme psychische Belastung verringern und das Wohlbefinden verbessern können.
Ziemlich gute Gründe, sich ernsthaft mit dem eigenen Geist zu beschäftigen und weiter nichts zu tun.
Vor allem aber hat sich meine Beziehung zum Leben verändert. Ich erlebe mein Leben. Wacher, leichter und echter.
Und während ich darüber nachdachte, wurde mir klar, welche Frage eigentlich hinter all meinen Kursen und meiner Arbeit steht:

Erlebst du dein Leben überhaupt?

Spürst du deinen Körper, während du diese Zeilen liest?

Was, wenn du die Aufmerksamkeit für diesen kurzen Absatz einmal zu den Füßen lenkst?
Dich neugierig fragst: Wie kann ich spüren, dass sie noch da sind?
Dabei musst du nichts verändern.
Es reicht zu bemerken: Ich bin bereits hier.

Von der Brache zur Blüte

Wie viel deines Lebens erlebst du tatsächlich, während du damit beschäftigt bist, alles am Laufen zu halten? Zu funktionieren?
Diese Frage hat mich nicht mehr losgelassen. Und aus dem, was zunächst nach Stillstand und Versagen aussah, ist in den vergangenen anderthalb Jahren tatsächlich etwas Neues gewachsen.

Ich habe meine Erfahrungen, mein Wissen und die Methoden, die mich seit über 15 Jahren begleiten, neu geordnet und zu meinem eigenen Lehrsystem Erlebe dein Leben verbunden.
Daraus entstanden ist eine vollständig neue Webseite, auf der nun alles zusammenfindet: meine bestehenden Angebote, aber vor allem mein kostenloser Einstiegskurs Erwache zum Leben und mein Entwicklungsprogramm Entwickle dein Leben.

Ich habe geschrieben, aufgenommen, wieder verworfen und überarbeitet. Manches war bereits fertig, als ich beschloss, noch einmal von vorn anzufangen. Diesmal allerdings nicht aus Angst, dass es nicht gut genug konvertiert – sondern aus Begeisterung für das, was sich da in mir, aus mir und durch mich Ent-Wickelt hat.

Von der Blüte zur Frucht

Ich bin stolz auf das Ergebnis und ein bisschen verliebt. In das Wachstum und die Früchte meiner Arbeit. Meine Expertise und meine Haltung haben endlich eine Form gefunden, die sich wieder nach mir anfühlt.
AchtsamKai ist offensichtlich ein bisschen erwachsener geworden. Und das Ganze hat endlich Hand (auf dem Herzen) und Fuß (auf dem Boden).
Weil ich den Arsch hochbekommen habe und sitzen geblieben bin.

Mein Feld trägt also wieder Früchte.
Wie ich diese auf den Markt bringe, weiß ich noch nicht.
Wie werde ich gehört, ohne zum Schreihals zu werden? Wie kann ich Dich für meine Arbeit begeistern, ohne dir vorher einzureden, dass dein Leben eine einzige Katastrophe ist?
Darauf habe ich noch keine fertige Antwort. Vielleicht ist dieser Text ja ein erster Schritt?

In den nächsten Wochen und Monaten wirst du hoffentlich wieder mehr von mir lesen, hören und vielleicht auch sehen. Ich möchte wieder mit dir teilen, was mich beschäftigt, was ich entdecke und was ich selbst immer wieder übe.
Denn mein Training bewahrt mich weiterhin nicht davor, mich zu verwickeln – aber es hilft mir dabei, es schneller zu bemerken. Zu erkennen, was mich antreibt, wo ich festhänge und gegen welche Mauern ich immer wieder laufe.

Statt vor den unangenehmen Seiten meines Lebens wegzulaufen, kann ich ihnen begegnen und mit ihnen Freundschaft schließen.
Ich erlebe mein Leben – und das ist es, was ich weitergeben möchte.

Wenn du am eigenen Feld Leib erfahren möchtest, wovon ich hier spreche, lade ich dich zu Erwache zum Leben ein. Sieben kostenlose Audio-Sessions, in denen du selbst entdecken kannst, wie sich mehr Bewusstheit im Alltag anfühlt.

Und ich würde mich wirklich freuen, von dir zu hören!
Was beschäftigt dich gerade? Worüber würdest du gern mehr lesen, was möchtest du hören oder vielleicht gemeinsam mit mir untersuchen? Welche Fragen begleiten dich in deinem Leben?

Hinterlasse mir gern einen Kommentar zu diesem Artikel, schreib mir eine E-Mail oder nimm Kontakt auf. Ich wünsche mir, dass hier ein echter Austausch entsteht. Zwischen Menschen, nicht zwischen Kennzahlen und Kaufpotenzialen.

Ich freue mich, wieder hier zu sein.

Von Herzen – Mit den Füßen auf dem Boden
Kai

Alle Impulse

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