Der Weg ist das Ziel. Wirklich!


Seit einer Woche übe ich brav und regelmäßig Metta-Meditation. Hand aufs Herz: Es wäre natürlich tragisch wunderbar für diese Geschichte, wenn ich noch nie im Leben meditiert und keine Ahnung von liebender Güte hätte. Leider sitze ich jedoch, seit 10 Jahren täglich auf meinem Kissen und bin mir ziemlich sicher, dass diese Tatsache gerade guten Grund bietet, nicht in Drama und Selbstmitleid zu ertrinken.

Trotz meiner Erfahrung, fühlt es sich gerade zäh und schwierig an, meinem Schmerz mit Wohlwollen zu begegnen. Mir in Gedanken gute Wünsche zu senden und sie fortwährend zu wiederholen, kommt mir vor, wie durch Morast zu waten. Es ist bemüht, schwerfällig und ich spüre den Widerstand. Künstlich kann es sich anfühlen, wenn man beginnt, seinen Schatten mit Freundlichkeit gegenüber zu treten.

Es geht in der Metta-Meditation nicht darum, dass wir von Liebe und Licht durchflutet werden, sondern uns in die Richtung von Güte und Freundlichkeit lehnen. Trifft man auf Widerstand oder Unwohlsein, sind das Erfahrungen auf dem Weg. Auch hier gilt – wie generell in der Einsichts-Meditation – es gibt keinen Grund etwas zu verändern oder sich zu verurteilen, weil man statt Freundlichkeit zum Beispiel Ärger oder Frustration verspürt. Tauchen unangenehme Gefühle auf, gilt es auch diesen, mit Güte zu begegnen.

Das ist der Weg und der Weg ist paradoxer Weise wirklich das Ziel. Denn nach einigen Minuten löst sich der Morast langsam auf. Ich spüre, wie sich Schultern, Schläfen und Kopfhaut entspannen und für einige Momente fühle ich wirkliche Güte in mir. Dann nehme ich das kleine Lächeln in den Augenwinkeln wahr, spüre wie mein Brustkorb weit und weich wird und bin kurz am Ziel, bevor Gedanken meine Aufmerksamkeit kapern und ich überlege, wie ich diese Erlebnis am besten ausformulieren könnte.

Auch Gedanken sind kein Problem. Solange die Aufmerksamkeit für Wünsche, Atem und Körpergefühl im Herzraum stärker (bzw. lauter) sind, als die Gedanken, ist alles OK. Der Verstand hat seine eigene Meinung zum Thema Metta und möchte mich ständig davon überzeugen, dass meine Situation, mein Gegenüber oder das Leben an der Misere schuld sind. Statt mich dagegen aufzulehnen und in eine Diskussion mit mir selbst zu verfallen, betrachte ich auch diese Tatsache mit Wohlwollen und Verständnis, bemerke das Bemühen des Geistes mich zu schützen und komme ohne großes Prozedere zum Atem und zu meinen Herzenswünschen zurück.

Möchtest Du gern wissen, was ich mir wünsche? Hast du die Mini-Metta-Meditation bereits ausprobiert? Nächste Woche werde ich Dir mehr verraten und demnächst auch eine weitere Meditation zur Verfügung stellen. Bis dahin: Mögest Du sicher sein.

#mettameditation #metta365

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