Aller guten Wünsche sind Vier

Aktualisiert: 12. Sept 2019


Viel könnte ich darüber schreiben, was passiert, wenn die harte Schale der Wut bricht. Über Hingabe, Trauer und Freude dahinter. Um jedoch zu verstehen, wie man das Herz erweicht, brauchen wir ein wenig Wissen darüber, wie man Mitgefühl kultiviert indem man Metta praktiziert. AchtsamKai formuliert es folgendermaßen:

Mitgefühl entsteht, wenn wir den Geist beruhigen und dem Herzen erlauben sich zu öffnen. Daher ist es wichtig, dass wir durch regelmäßige Praxis üben, unsere Meinungen und Bewertungen zu beobachten und gleichzeitig das Herz zu weiten.

Dafür wird seit über 2500 Jahren die Metta-Meditation empfohlen, wobei das Pali-Wort Metta mit Wohlwollen, Freundlichkeit, liebevolle Güte oder einfach Liebe übersetzt werden kann. In der Praxis geht es nicht darum, diese Qualitäten zu fühlen, sondern sich dahingehend auszurichten. In der Metta-Meditation üben wir uns in einer freundlich wohlwollenden Haltung allen Wesen gegenüber. Dabei beginnen wir bei uns selbst. Ebenso, wie wir im Fall eines Druckverlustes im Flugzeug, die Atemmaske erst uns selbst aufziehen, bevor wir Anderen helfen können, verfahren wir in der Metta-Meditation ähnlich.

Da es vielen Menschen in der westlichen Kultur schwer fällt, sich selbst mit Freundlichkeit zu begegnen, beginnen wir damit, zuerst einem Wohltäter, guten Freund, geliebten Menschen, Tier oder einem Wesen, gute Wünsche zukommen lassen, bevor wir uns selbst dazu gesellen. Sind wir darin geübt und das Herz soweit geöffnet, dass es uns leicht fällt uns mit Freundlichkeit zu begegnen, können wir unsere Begleitung verabschieden und damit beginnen uns allein Gutes zu wünschen.

Und genau an diesem Punkt stehe ich gerade. Nicht dass es mir jemals schwer gefallen wäre, mir selbst Gutes zu wünschen. Ich fand mich toll und hatte nichts als Gutes verdient! Aber es gibt eben einen Unterschied, zwischen »sich Toll finden« und »sich selbst lieben«. Bewunderung ignoriert unsere Schatten-Anteile, während die Liebe sie einschließt. Und da mein verletztes inneres Kind sich seit Monaten nicht mehr mit Lob besänftigen lässt, lag es nahe mit dem kleinen Kai als Wunschempfänger, zu beginnen.

Ich sitze also täglich auf meinem Kissen, rufe mir ein Bild vom Kindergarten-Kai vor Augen, lasse mich von seiner Unschuld und seinem Wunsch »erwünscht zu sein« berühren, schaue ihm in die Augen und beginne damit, gute Wünsche zu senden, sobald eine herzliche Verbindung steht.

Dabei orientiere ich mich an den klassischen Wünschen der Metta-Meditation aus der Zeit des Buddha:

Mögest du beschützt sein und sicher.

Mögest du glücklich sein und zufrieden.

Mögest du gesund sein und frei von Leid.

Mögest du unbeschwert – mit Leichtigkeit leben.

Da ich aber Teil einer hochindividualisierten Gesellschaft bin, muss ich natürlich meinen eigenen (süßen) Senf hinzufügen und diese Sätze verändern. Die Wünsche grundsätzlich an den Sehnsüchten des kleines Kais auszurichten und sie täglich an sein inneres Befinden anzupassen, macht es mir einfacher mit seinem – also meinem – Herzen in Kontakt zu kommen. Es lässt die Meditation lebendig werden und die Wünsche warm und liebevoll. Denn es geht nicht darum, diese als eine Art Affirmation aufsagen, sondern sich immer wieder über das Herz mit dem Empfänger zu verbinden, die wohlwollende Qualität der Wünsche zu spüren und eben dieses Gefühl aussenden.

Und so sitze ich seit dem 1. Mai täglich für mindestens 20 Minuten auf meinem Kissen und sende dem inneren Kind Liebe. Dabei spüre ich von Minuten zu Minute stärker, wie es sich geborgen, angenommen, gehört, geschätzt und sicher fühlt. Und dieses Gefühl begleitet mich in den Tag! Natürlich verblasst es leicht und wird immer wieder erschüttert. Aber es fühlt sich an, als hätte ich mich selbst im Arm und das bringt Freude – unabhängig von allen Äußeren Begebenheiten.

Hast du auch schon damit begonnen, Dir selbst mit Freundlichkeit zu begegnen? Wie geht es Dir damit? Falls Du Lust hast, damit zu experimentieren, empfehle ich Dir meine Mini-Metta-Meditation die Du über die kostenlose App Insight-Timer anhören kannst.

#mettameditation #metta365

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