Einheitsbrei

Aktualisiert: März 26

Mit der Aussicht die nächsten drei Wochen schweigend und meditierend zu verbringen, stürzt sich mein Körper gerade in weltliches Vergnügen und meine geistige Unruhe spiegelt sich in der Tiefe von Text und Zitat. So sieht es aus in mir, vor einem Retreat. Das beeinflusst natürlich auch meine Metta-Praxis, bei der ich mich seit Februar darin übe, erst mir selbst, dann einer nahen, unbekannten und anschließend schwierigen Person, Gutes zu wünschen, um die Übung mit Wohlwollen für alle Wesen zu beenden. Die Herausforderung liegt dabei nicht in der Menge des Guten, sondern der Verschiedenheit der Personen.

In der Metta-Meditation ist es hilfreich, das Bild des Wunschempfängers lebendig zu halten. Damit übe ich mich gleichzeitig in Konzentration und verbindlicher Herzlichkeit. Jedoch innerhalb von zwanzig Minuten, vom kleinen zum großen Kai, von der Großmutter zum Pfandsammler und von der schwierigen Busfahrerin, zu allen Menschen im Wohnort und darüberhinaus zu wechseln, bringt mich durcheinander! Dann bemerke ich, wie ich meine Metta-Wünsche aufsage, ohne wirklich verbunden zu sein. Wie ein 15-Jähriger der den Weihnachtsmann mit einem Gedicht versöhnlich stimmen soll, bin ich nicht bei der Sache. Meist merke ich recht spät, dass die einzelnen Personen ineinander verschwimmen, sich gegenseitig auf- und ablösen oder ganz aus meinem Bewusstsein verschwinden, während ich leere Worte aufsage, die nirgendwo ankommen. Vielleicht ist es natürlich, dass im Zuge der Ausweitung von Metta alles zu einem Brei verschmilzt, weil es letztendlich doch genau um diese Erkenntnis geht: Wir teilen alle den selben Ursprung.

Vielleicht werde ich mich demnächst auch auf eine Person beschränken. Schauen, wer gerade Mitgefühl braucht und die zweite Hälfte der Meditation dazu nutzen, allen Menschen Gutes zu wünschen. Vielleicht klären sich diese Fragen aber auch in den nächsten Wochen durch kleine Zettelchen, die ich, mit Fragen beschriftet, an meine Lehrerin reiche. Oh Gott! Ich muss jetzt schnell ins Café, quatschen, shoppen, netflixen, reden, reden … – und das ist völlig OK, mein Herz!


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