Geteiltes Leid ist doppelte Freude

Aktualisiert: 12. Sept 2019

In dieser Woche begegnete mir viel Leid. Ob im Café, per E-Mail, im Krankenhaus oder auf der Straße – ich war mit der Einsamkeit, Angst, Krankheit und dem Tod konfrontiert.


Während ich dem Leid anderer Menschen, bereits in der Vergangenheit ohne Berührungsängste aber mit konzentrierter Aufmerksamkeit und geschultem Verständnis begegnen konnte, spüre ich inzwischen die Offenheit und Bereitschaft, mich wirklich berühren zu lassen. Damit mich dieser Kontakt nicht überfordert, braucht es Mitgefühl – für mein Gegenüber UND mich.


Tania Singer, entdeckte bei ihren Forschungen zum ReSource-Projekt, dass es einen erheblichen Unterschied gibt, ob wir leidvollen Erfahrungen emphatisch oder mitfühlend begegnen.


Reagieren wir lediglich mit Empathie – das heißt, wir fühlen MIT jemandem – kommt es häufig zu einer emphatischen Stressreaktion. Wir lassen uns von den Gefühlen unseres Gegenübers anstecken, sind überfordert und wenden uns ab. Über längere Zeit mit dieser Art Stress konfrontiert, panzern wir uns oft mit Zynismus und Gleichgültigkeit.


Aktivieren wir hingegen bewusst Mitgefühl – das bedeutet, wir fühlen FÜR jemanden – werden die Bereiche im Gehirn aktiv, die für „Caring“, also wohlwollendes, liebevolles Kümmern verantwortlich sind und es kommt kaum oder weniger zu Stress. Ihre Forschungen belegen, dass bereits nach drei Monaten Mitgefühls-Mediation, ein signifikanter Anstieg an Masse, in diesen Bereichen, zu verzeichnen sei.

Kein Wunder, dass meine Waage ausschlägt!


Komme ich trotzdem hin und wieder aus dem Gleichgewicht, weil mich das Leid meiner Umwelt überfordert, versorge ich mich natürlich – ganz im Sinne der Metta-Praxis – als erstes selbst mit Mitgefühl. Dadurch ist es mir möglich, bei der Erfahrung zu bleiben, ohne mich abgrenzen oder verschließen zu müssen. Ich bin berührt aber nicht überfordert – bewegt jedoch nicht überwältigt.


Der Bonus: Reagiere ich mitfühlend und teile den Schmerz und die Unvollkommenheit des Lebens, entsteht ein tiefes Gefühl der Verbundenheit in mir. Dadurch nehme ich das eigene Leid weniger persönlich und spüre außerdem Dankbarkeit für den (alltäglichen) Reichtum meines Lebens.



Wenn Du Mitgefühl für Dich selbst und die Menschen um Dich herum kompensieren möchtest, empfehle ich meinen Kurs Mehr Mitgefühl mit Metta, auf Insight Timer, den Du im Premium-Abo anhören oder für sieben Tage kostenlos testen kannst.


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